Try QuoteGPT
Chat naturally about what you need. Each answer links back to real quotes with citations.
" "Was Jargon sei und was nicht, darüber entscheidet, ob das Wort in dem Tonfall geschrieben ist, in dem es sich als transzendent gegenüber der eigenen Bedeutung setzt; ob die einzelnen Worte aufgeladen werden auf Kosten von Satz, Urteil, Gedachtem. Demnach wäre der Charakter des Jargons überaus formal: er sorgt dafür, daß, was er möchte, in weitem Maß ohne Rücksicht auf den Inhalt der Worte gespürt und akzeptiert wird durch ihren Vortrag.
Theodor Ludwig Wiesengrund Adorno (September 11, 1903 – August 6, 1969) was a German sociologist, philosopher, musicologist and composer.
Chat naturally about what you need. Each answer links back to real quotes with citations.
Related quotes. More quotes will automatically load as you scroll down, or you can use the load more buttons.
Das Zentrum der geistigen Selbstdisziplin als solcher ist in Zersetzung begriffen. Die Tabus, die den geistigen Rang eines Menschen ausmachen, oftmals sedimentierte Erfahrungen und unartikulierte Erkenntnisse, richten sich stets gegen eigene Regungen, die er verdammen lernte, die aber so stark sind, daß nur eine fraglose und unbefragte Instanz ihnen Einhalt gebieten kann. Was fürs Triebleben gilt, gilt fürs geistige nicht minder: der Maler und Komponist, der diese und jene Farbenzusammenstellung oder Akkordverbindung als kitschig sich untersagt, der Schriftsteller, dem sprachliche Konfigurationen als banal oder pedantisch auf die Nerven gehen, reagiert so heftig gegen sie, weil in ihm selber Schichten sind, die es dorthin lockt. Die Absage ans herrschende Unwesen der Kultur setzt voraus, daß man an diesem selber genug teilhat, um es gleichsam in den eigenen Fingern zucken zu fühlen, daß man aber zugleich aus dieser Teilhabe Kräfte zog, sie zu kündigen. Diese Kräfte, die als solche des individuellen Widerstands in Erscheinung treten, sind darum doch keineswegs selber bloß individueller Art. Das intellektuelle Gewissen, in dem sie sich zusammenfassen, hat ein gesellschaftliches Moment so gut wie das moralische Überich. Es bildet sich an einer Vorstellung von der richtigen Gesellschaft und deren Bürgern. Läßt einmal diese Vorstellung nach—und wer könnte noch blind vertrauend ihr sich überlassen—, so verliert der intellektuelle Drang nach unten seine Hemmung, und aller Unrat, den die barbarische Kultur im Individuum zurückgelassen hat, Halbbildung, sich Gehenlassen, plumpe Vertraulichkeit, Ungeschliffenheit, kommt zum Vorschein. Meist rationalisiert es sich auch noch als Humanität, als den Willen, anderen Menschen sich verständlich zu machen, als welterfahrene Verantwortlichkeit. Aber das Opfer der intellektuellen Selbstdisziplin fällt dem, der es auf sich nimmt, viel zu leicht, als daß man ihm glauben dürfte, daß es eines ist.
Premium members can get their quote collection automatically imported into their Quotewise collections.
The son of well-to-do parents who ... engages in a so-called intellectual profession, as an artist or a scholar, will have a particularly difficult time with those bearing the distasteful title of colleagues. It is not merely that his independence is envied, the seriousness of his intentions mistrusted, that he is suspected of being a secret envoy of the established powers. ... The real resistance lies elsewhere. The occupation with things of the mind has by now itself become “practical,” a business with strict division of labor, departments and restricted entry. The man of independent means who chooses it out of repugnance for the ignominy of earning money will not be disposed to acknowledge the fact. For this he is punished. He ... is ranked in the competitive hierarchy as a dilettante no matter how well he knows his subject, and must, if he wants to make a career, show himself even more resolutely blinkered than the most inveterate specialist. The urge to suspend the division of labor which, within certain limits, his economic situation enables him to satisfy, is thought particularly disreputable: it betrays a disinclination to sanction the operations imposed by society, and domineering competence permits no such idiosyncrasies. The departmentalization of mind is a means of abolishing mind where it is not exercised ex officio, under contract. It performs this task all the more reliably since anyone who repudiates this division of labor—if only by taking pleasure in his work—makes himself vulnerable by its standards, in ways inseparable from elements of his superiority. Thus is order ensured: some have to play the game because they cannot otherwise live, and those who could live otherwise are kept out because they do not want to play the game.